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Aussichtsturm "Spitzer Stein" derzeit leider geschlossen

Der 412 m hohe Spitzenstein ist eine der höchsten Erhebungen im St. Goarer Stadtwald, er überragt das Mittelrheintal um fast 350 Meter. Bereits im 19. Jahrhundert berichtet Karl Baedeker in seinem Reiseführer "Die Rheinlande", dass "Der Spitzenstein... eine prächtige Aussicht" gewährt.

Der Berg mit der markanten Felsgruppe auf der Kuppe ist ein Härtling aus quarzitischem Sandstein. Er besteht aus Sedimenten, die vor fast 400 Millionen Jahren am Boden des Flachmeeres abgelagert und anschließend zu Gestein zusammengepresst wurden. Durch die Bewegung der Kontinente wurde bei der Entstehung des Rheinischen Schiefergebirges vor mehr als 300 Millionen Jahren das gesamte Gebiet über den Meeresspiegel emporgehoben. Im Lauf der Jahrmillionen widerstand der harte Sandstein des Spitzensteins weitgehend der Verwitterung, während die weichen Schiefer in der Nachbarschaft von Wind und Wasser abgetragen wurden. Der markante Berg wurde hierdurch aus der Umgebung herauspräpariert und bildet heute einen idealen Aussichtspunkt.

Der Aussichtsturm auf dem Spitzenstein ist ein Projekt der Lokalen Aktionsgruppe Mittelrhein. Er wurde im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER+ mit erheblichen Mitteln gefördert und am 28. Oktober 2003 seiner Bestimmung übergeben.

Der Turm ermöglicht einen faszinierenden Blick über die Landschaft der Oberen Mittelrheintals - jene Landschaft, die von der UNESCO das Prädikat Welterbe verliehen bekam. Etwa 40 Festmeter Douglasienholz aus dem Staatswald St. Goar wurden verbaut, um die 21 Meter hohe Holzkonstruktion zu errichten. 65 Stufen führen zur Aussichtsplattform, von der man eine traumhafte Aussicht auf das Obere Mittelrheintal und die Mittelgebirge von Hunsrück und Taunus hat. Bei gutem Wetter lassen sich 27 Dörfer auf beiden Seiten des Flusses erkennen.

Die herausragende Fernsicht vom Spitzenstein spielte übrigens bereits in der Geschichte eine bedeutende Rolle: Ende des 18. Jahrhunderts wurde hier unter napoleonischer Herrschaft eine Telegrafie-Sation zu Nachrichtenübermittlung errichtet; sie war Teil der aus 61 Stationen bestehenden und etwa 700 km langen Telegrafenlinie Berlin-Trier. Jede der Stationen trug einen sogenannten Flügeltelegrafen, bei dem an einer Säule weithin sichtbar bewegliche Flügel befestigt waren. Durch die Stellung der Flügel wurden Buchstaben und Zahlen codiert und von Station zu Station weitergeleitet. Der turmähnliche Unterstand auf dem Spitzenstein ist vermutlich der Überrest der historischen Telegrafiestation.