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Urbar

Aussichtspunkt Loreleyblick "Maria Ruh"

Vom Urbarer Aussichtspunkt "Maria Ruh" genießt man einen unvergesslichen Blick auf den gegenüberliegenden sagenumwobenen Loreleyfelsen, tief hinab zur engsten Stelle des Rheines und weiter flussabwärts zu den Burgen Katz und Maus.

Das gesamte Areal des Aussichtspunktes wurde im Jahr 2005 zu einem Landschaftspark umgestaltet, so dass sich dem Besucher nunmehr ein Ensemble präsentiert, das sich harmonisch in die Natur einfügt und zum Verweilen, Schwelgen und Träumen einlädt.

Auf Maria Ruh ist den Vätern des Loreleyliedes ein Denkmal gewidmet: Clemens Brentano, Heinrich Heine und Friedrich Silcher. Diese drei haben im 19. Jahrhundert die romantische Sehnsucht lokalisiert und ihr einen greifbaren Ort zugewiesen. Clemens Brentano schuf in seiner Ballade der "Lore Lay" eine Figur der Weltliteratur, Heinrich Heines Verse haben der Gestalt der Unglück bringenden Undine die endgültige Form gegeben und Friedrich Silcher fand für dieses Lied die einfühlsame und volksliedhafte Melodie.

Zur Namensgebung des Platzes, Maria Ruh, wurde schon viel gemutmaßt. Wahrscheinlich leitet sich die Bezeichnung Maria Ruh von der ruhigen Seite des Rheines ab. Gerade an diesem sehr gefährlichen Rheinkilometer, an dem zudem auf dem gegenüberliegenden Felsen die Gefahr in Gestalt der verführerischen Loreley lauerte, war (und ist) der beschützende Einfluss der heiligen Maria, der Schutzpatronin der Schiffer, enorm wichtig.

Unser Aussichtspunkt ist demnach Ausdruck dieser spannenden Polarität zwischen den beiden Frauenfiguren, die zum einen das bedrohliche Ufer (Loreley), zum anderen das ruhige Ufer (Maria Ruh), symbolisieren.

In der Deckengestaltung des Aussichttempelchens auf Maria Ruh wird ebenfalls auf diesen außergewöhnlichen Antagonismus angespielt und in gekonnt augenzwinkernder Weise hat der Urbarer Jürgen Kind diesem interessanten Aspekt die nachfolgenden geschliffenen Verse gewidmet.

 

MARIA RUH

Romantisch schweift der Blick ins Weite,
doch suchst Du nach dem Rendezvous?
Der Schein trügt von der andren Seite -
Hier mahnt dich die Maria Ruh

Von drüben mit dem Reiz der Jugend
raubt dir ein Trugbild den Verstand.
Du aber stehst am Ort der Tugend,
die jedes Laster überwand.

Es sind schon viele liebestrunken,
als sie erblickten Loreley
ob der Versuchung tief gesunken,
verfielen ihrer Schwärmerei.

Auf steilster Klippe vis-à-vis
saß immer nur zum Zeitvertreib-
der Grund so mancher Havarie,
jenes sagenhafte Weib.

Die Loreley mit ihrem Charme
gar manchen schon im Geist verwirrte.
Maria nahm ihn in den Arm
und zeigte ihm, wie sehr er irrte.

Für all die nicht gehörten Rufer
gilt nach wie vor und immerzu -
Du findest nur am stillen Ufer
bei der Maria deine Ruh.

Denn wessen ungezähmte Lust
dem so verruchten Weibe galt,
den nimmt Maria sich zur Brust
und gibt der Seele wieder Halt.

Hier an des Rheines engster Stelle
ging schon so mancher Traum vorüber.
Es stehn sich an des Stromes Schnelle
die beiden Damen gegenüber.

Selbst Heinrich Heine war´s nicht klar,
als er die Loreley beschrieben -
dass sie wohl niemals Jungfrau war -
Allein die Sage ist geblieben.

Maria aber lehrt dich eines -
das gilt für jeden immerfort:
Du bist bei Urbar, links des Rheines,
zu jeder Zeit am rechten Ort!

Verfasser: Jürgen Kind